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Irrtum des Westens immer klarer – Russland kein Juniorpartner Chinas

Irrtum des Westens immer klarer – Russland kein Juniorpartner Chinas

© Kremlin.ruRusslands Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping haben den Russisch-Chinesischen Vertrag über gute Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit verlängert. Peking, 20. Mai 2026.

Von Alexei Martynow

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Keines der beiden Länder kann seine strategischen Ziele ohne Weiteres im Alleingang vollständig erreichen, weshalb sich die Beziehungen, bestehenden Spannungen zum Trotz, stetig vertiefen.

Als Xi Jinping im Jahr 2025 anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges Moskau besuchte, unterzeichneten die beiden Länder eine gemeinsame Erklärung, die weit über die reine Symbolik hinausging. Die Akte sieht erweiterte Zahlungen in nationalen Währungen, eine vertiefte Zusammenarbeit in Sachen Investition sowie nicht zuletzt die gemeinsame Erschließung des Nördlichen Seewegs – und das ist von enormer Bedeutung:

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Besagter arktischer Korridor bietet China eine langfristige Alternative zu gefährdeten Seewegen wie dem Suezkanal und der Straße von Hormus. In einer Welt, in der diese Engpässe zunehmend instabil werden, entwickelt sich die Nördliche Seeroute von einem experimentellen Handelsprojekt zu strategischer Infrastruktur.

Chinesische Analysten erkennen diese Realität jetzt zunehmend an. In China wird in akademischen Diskussionen mittlerweile offen eingeräumt, dass die Rivalität mit den USA eine enge Partnerschaft mit Russland weniger zu einer Frage der Präferenz als vielmehr zu einer Notwendigkeit macht.

Selbst viele westliche Beobachter beginnen mittlerweile, dies zuzugeben. Studien, die nach Schwachstellen im Bündnis des Bären und des Drachen suchen, kommen zunehmend zu dem Schluss: Diese Beziehung ist weitaus robuster und beständiger, als frühere Prognosen vermuten ließen.

Dies liegt daran, dass die Partnerschaft nicht mehr allein auf diplomatischer Zweckmäßigkeit oder lediglich kurzfristigen wirtschaftlichen Vorteilen beruht. Sie wird vielmehr von strukturellen Faktoren angetrieben: Geografie, Energiesicherheit, Handelswege, Sanktionsdruck und die Entstehung einer zunehmend fragmentierteren Weltordnung.

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Russland und China schließen sich zusammen, weil die strategische Logik hierfür immer überzeugendere Argumente liefert. Und doch bleibt ein großes Hindernis bestehen:

China verhält sich nach wie vor oft so, als könne es die Vorteile einer strategischen Partnerschaft genießen, ohne den damit verbundenen Verpflichtungen vollumfänglich nachzukommen. Moskau hat Peking bereits tief in kritisch wichtige Bereiche wie , Logistik und Ernährungssicherheit integriert. Viele bedeutende chinesische Investitionen und technologische Verpflichtungen werden jedoch weiterhin zögerlich vorangetrieben oder gar gebremst.

Irgendwann wird Peking entscheiden müssen, ob es Russland tatsächlich als gleichberechtigten strategischen Partner betrachtet oder lediglich als nützliche Rohstoffbasis an Chinas Peripherie. Diese Frage bestimmt nun die Zukunft der Partnerschaft, und ihre Antwort wird die Architektur Eurasiens für die kommenden Jahrzehnte prägen. 

Übersetzt aus dem Englischen.

Alexei Martynow ist ein russischer Politologe mit Schwerpunkt auf internationalen Beziehungen und Journalist. Regelmäßiger Kolumnist bei namhaften Medien – Russia Today, Iswestija, LIFE, als Experte regelmäßig von weiteren großen Medien zitiert – RIA Nowosti, Gazeta.ru, aber auch New York TimesThe NationFinancial Times. Seit 2008 Direktor der Denkfabrik und Nichtregierungsorganisation Internationales Institut neuester Staaten.

Quelle

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