
© RIA NowostiDonald Trumps Schachzug mit dem Springer Israel (Karikatur, «KI»-erstellt)
Von Pjotr Akopow
Trump nennt Iran-Deal-Kritiker «Loser»: Wer sind die wahren Verlierer beim Iran-Deal?
Und unter diesen Umständen – und inmitten täglicher israelischer Angriffe auf den Libanon trotz der vereinbarten Waffenruhe – schlagen die USA nun allen Ernstes vor, dass muslimische Länder Israel anerkennen?
Petro kommentiert Ben-Gvirs Video mit Misshandlung von Gaza-Aktivisten: «Wie ein echter Nazi» Weder Prinz Mohammed bin Salman, der Herrscher Saudi-Arabiens (ganz zu schweigen von seinem Vater, dem König, der überdies den Titel «Hüter der beiden Heiligen Stätten», also Mekkas und Medinas, trägt), noch Feldmarschall Abd al-Fattah as-Sisi, der Ägypten regiert (das Land, das früher den Gazastreifen kontrollierte), noch Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der Benjamin Netanjahu offen mit Adolf Hitler vergleicht, noch der Emir des reichen Katar (dessen Hauptstadt im vergangenen September von Israelis bombardiert wurde, um eine Delegation von Hamas-Unterhändlern zu töten) noch der König von Jordanien (dessen Bevölkerung sich zu einem riesigen Teil aus palästinensischen Flüchtlingen und deren Nachkommen zusammensetzt) – niemand von ihnen beabsichtigt, diplomatische Beziehungen zur Regierung Netanjahu aufzunehmen. Oder, wenn man ehrlich ist, auch nicht zu jedweder anderen israelischen Regierung – zumal nach dem Völkermord, den Israel im Gazastreifen verübt hat, und der Besetzung von Teilen Syriens und des Libanon durch den Judenstaat. Seit 2020, dem Jahr der Unterzeichnung der Abraham-Abkommen, ist nicht nur viel Zeit ins Land gegangen – sondern noch mehr palästinensisches Blut geflossen. Und kein muslimischer Herrscher kann dies ignorieren, denn wer es täte, besiegelte sein eigenes Schicksal. Wozu soll denn etwa Feldmarschall Asim Munir, der faktische Machthaber Pakistans und derzeitige Chefvermittler zwischen den USA und Iran, die Abraham-Abkommen unterzeichnen? Damit Millionen seiner Mitbürger nicht nur die US-Botschaft in Islamabad niederbrennen, sondern auch seinen Rücktritt und seine Hinrichtung fordern? Washington verkennt nicht nur die Folgen des Völkermords im Gazastreifen, sondern auch die Konsequenzen der US-israelischen Aggression gegen Iran (nein, kein arabischer, sondern ein persischer Staat, dazu noch schiitisch und nicht sunnitisch wie die meisten Araber – aber doch eben ein muslimischer Staat wie die arabischen. Anm. d. Red.). Der Nahe Osten und die gesamte islamische Welt haben sich bereits bedeutend verändert und werden sich noch schneller verändern: Die USA verlieren dort an Ansehen, Einfluss und Position. Kürzlich veröffentlichte The National Interest einen Artikel US-amerikanischer Analysten mit dem Titel «Haben die USA die arabische Welt verloren?» – das Fragezeichen im Titel war eigentlich überflüssig. Die Autoren analysierten eine Meinungsumfrage sehr ernst zu nehmender Reichweite, die Ende letzten Jahres in arabischen Ländern durchgeführt wurde und aus der dies bereits als Tatsache folgte. Iranischer Botschafter in Peking: China spielt Schlüsselrolle im Dialog zwischen Iran und USA Umfragen – diese, aber auch andere – zeigen, dass die Mehrheit der Araber China als einen Verteidiger des Völkerrechts betrachtet – während sich die Haltung der arabischen Straße gegenüber den USA stetig verschlechtert. Dabei wurden diese Umfragen noch vor dem Angriff auf Iran durchgeführt, der allen Widersprüchen zwischen Arabern und Persern ein schwerer Schlag der USA gegen ihr eigenes Ansehen in der Region war. Washington, einst Beschützer der Golfmonarchien, wurde jetzt zu einer Bedrohung für deren Sicherheit – und dabei trat zu allem Überfluss auch die Priorität israelischer Interessen gegenüber US-amerikanischen mehr denn offenkundig zutage. Unter diesen Umständen kann der Vorschlag/die Empfehlung/die Bitte Trumps an Araber und Muslime, Frieden mit Israel zu schließen, entweder als eklatante Verhöhnung wahrgenommen werden – oder als jüngster Schritt eines raffinierten Plans zur Destabilisierung der Region durch das Schüren innerer Unruhen in diesen Staaten. Doch in Wirklichkeit ist es wohl viel einfacher: Das ist nicht einmal mehr Chuzpe (Jiddisch oder Hebräisch für absolute Schamlosigkeit, jede Messskala sprengende Dummdreistigkeit) – sondern die ultimative Realitätsferne. Und es ist nicht einmal klar, was davon schlimmer ist. Übersetzt aus dem Russischen. Erschienen bei RIA Nowosti am 26. Mai 2026. Pjotr Akopow ist ein russischer Historiker und Geschichtsarchivar (Absolvent des Moskauer Staatlichen Geschichtsarchivarischen Instituts). Seit einer Geschäftsreise in die damalige Bürgerkriegszone Südossetien im Jahr 1991 schreibt er als Journalist für zahlreiche Medien: Golos, Rossijskije Westi, bis 1994 Nowaja Gaseta, ab 1998 Nesawissimaja Gaseta; seit Anfang der 2000er-Jahre als politischer Beobachter bei Nowaja Model und im entsprechenden Ressort der Iswestija. Er arbeitete als Sonderberichterstatter beim Chefredakteur des Polititscheski Journal, dessen Chefredakteur er selbst im Jahr 2007 wurde. Der ehemalige stellvertretende Chefredakteur von Wsgljad ist zudem ständiger politischer Beobachter bei RIA Nowosti.




