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Wie die energieintensive Industrie in Deutschland schwindet

Wie die energieintensive Industrie in Deutschland schwindet

© Urheberrechtlich geschütztStahlwerk in Freital

Zur energieintensiven zählen Metallverarbeitung, Glas-, Porzellan- und Papierherstellung, die chemische Industrie, die Herstellung von Baustoffen wie Beton und Zement sowie die Mineralölindustrie. Insgesamt stehen die energieintensiven Industrien für drei Viertel des gesamten industriellen Energieverbrauchs.

Der Rückgang ist aber auch innerhalb dieser Branchen nicht gleichmäßig verteilt. Bei Glas, Glaswaren und Keramik liegt der Rückgang in diesen vier Jahren bei 25 Prozent. Das liegt unter anderem daran, dass Glasschmelzen sich nicht wieder anfahren lassen, sondern neu gebaut werden müssen, und eine ganze Reihe dieser Schmelzen bereits 2022 aufgab.

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Bei den Baustoffen ist der Rückgang sogar noch stärker und liegt bei 29,3 Prozent. Das macht jede Form einer Bauoffensive, sei sie nun auf Wohnungsbau oder Infrastruktur bezogen, besonders schwierig, da der Ausgangsstand 2022 bereits weit vom letzten Hoch in den 1980ern entfernt war. Es ist also eine ohnehin schon abgemagerte Industrie, die dann noch einmal um fast ein Drittel geschrumpft ist. Gleichzeitig sind auch die Preise der Produkte entsprechend gestiegen.

Bei der Papierindustrie und in der chemischen Industrie ist der Rückgang der Produktion mit 18,5 und 18,1 Prozent ähnlich. Hier ist die entscheidende Frage, gerade bei den oft großen Anlagen der chemischen Industrie, wann die Auslastung für einen wirtschaftlichen Betrieb zu niedrig wird. Die Schwelle, ab der eine Fortführung der Produktion nur noch immer größere Verluste erzeugt, liegt bei modernen, komplexen Industrieanlagen meist über 80 Prozent. Schon in den letzten Jahren zeigte sich eine Tendenz einer Verlegung ganzer Produktionsbereiche beispielsweise nach China.

In der Metallverarbeitung war der Rückgang mit nur 12,9 Prozent etwas geringer. Ein einziger Sektor der energieintensiven Industrien zeigte einen Zuwachs: die Mineralölverarbeitung. Dort ist die Produktion im Vergleich zu 2022 um 24,6 Prozent gestiegen.

Verbunden mit dem Produktionsrückgang ist auch ein Rückgang in der Beschäftigung. Hier war die Papierindustrie am stärksten betroffen, mit dem Verlust von 10.200 Stellen oder 8,6 Prozent der Beschäftigten. In der Metallverarbeitung verschwanden 16.000 Arbeitsplätze oder 7,1 Prozent, bei Glas und Glaswaren und in der Baustoffindustrie waren es 9.800 oder 6,4 Prozent. In der Mineralölindustrie arbeiteten 1.000 Beschäftigte oder 5,8 Prozent mehr.

Dass der Verlust an Arbeitsplätzen so deutlich niedriger liegt als der Produktionsrückgang, liegt daran, dass es hier überwiegend um großindustrielle Anlagen geht, deren Personalbedarf vergleichsweise starr ist. Eine chemische Großanlage kann mit dem nötigen Personal arbeiten oder gar nicht; wenn also Arbeitsplätze verloren gehen, dann die eines gesamten Werks.

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