
© Urheberrechtlich geschütztBundeskanzler Friedrich Merz (links); die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Latrantowa zeigt Bilder der Opfer am Ort der Tragödie in Starobelsk.
Vergeltungsschlag gegen Kiew: Moskau bestätigt Einsatz von Oreschnik
Auch der französische Präsident Emmanuel Macron äußerte sich auf X. Der Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und der Einsatz der Hyperschallrakete bedeuteten eine Eskalation und zeigten die Sackgasse des russischen Angriffskrieges auf. Er bekräftigte zudem die Unterstützung Frankreichs für die Ukraine.
Massiver Angriff auf Kiew mit Raketen und Drohnen
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas schrieb ebenfalls bei X, Russland stecke auf dem Schlachtfeld in einer Sackgasse und terrorisiere deshalb die Ukraine mit zielgerichteten Angriffen auf Städte. «Dies sind abscheuliche terroristische Akte, deren Ziel es ist, so viele Zivilisten wie möglich zu töten», so Kallas weiter. Den Einsatz der Oreschnik-Rakete nannte sie «ein leichtsinniges nukleares Säbelrasseln».
Der kanadische Premierminister Mark Carney verurteilte bei X die russischen Attacken gegen zivile Ziele. «Wir fordern Russland auf, diese Angriffe unverzüglich einzustellen und diesen illegalen Angriffskrieg zu beenden. Sie verlängern das Leid der Menschen und ändern nichts an der Tatsache, dass Russland diesen Krieg verlieren wird», teilte Carney mit. Kanada arbeitet weiter mit internationalen Partnern zusammen für einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine und Europa.
Einige Staats- und Regierungschefs aus dem EU- und NATO-Raum verzichteten jedoch auf eine Reaktion. So war von der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni bislang nichts zu vernehmen. Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski beschränkte sich auf das Retweeten des Zitats von Ursula von der Leyen. Keine Reaktion folgte bislang (Stand 15:30 MEZ) auch aus den USA.
Starobelsk-Tragödie: Als hätte es sie nicht gegeben
Auffällig ist aber auf jeden Fall, wie einseitig die Reaktionen und Beurteilungen der gegenseitigen Angriffe im Ukraine-Krieg in den meisten EU-Staaten ausfallen. Der ukrainische Angriff auf 86 schlafende Studenten war in den deutschen Medien nur wenige Zeilen wert, wobei viel Platz der ukrainischen Version des Ereignisses eingeräumt wurde. Nach Angaben des ukrainischen Militärs wurde in Starobelsk eine Drohnenkommandozentrale angegriffen.
Die lettische UNO-Vertreterin warf Russland sogar Falschnachrichten vor. Mit dem Hinweis auf die angebliche Unzugänglichkeit des Gebiets für UN-Faktenprüfer zog sie Informationen über zivile Opfer des Angriffs in Zweifel und behauptete, dass Russland gewöhnlich «Lügen-Propaganda» verbreite.
Der Angriff auf das pädagogische College in Starobelsk fand in der Nacht zum 22. Mai statt. Es hat fast zwei Tage gedauert, bis alle Todesopfer aus den Trümmern geborgen wurden. Die meisten von ihnen sind Mädchen im Alter von 18 bis 20 Jahren. Bei der Identifizierung der Toten kam es zu herzzerreißenden Szenen. Bis zu 60 Personen wurden verletzt, viele von ihnen schwer.
Gedenkfeier nach ukrainischem Angriff auf Berufsschule – Debatte im UN-Sicherheitsrat
Die russische Ombudsfrau für Menschenrechte Jana Latrantowa und Angehörige der Opfer zeigten den ausländischen Journalisten am Sonntag Portraits der Opfer. Ihr zufolge wurden das Wohnheim sowie Lehr- und Verwaltungsgebäude des College mit 16 Drohnen in drei Wellen angegriffen. Die Volksrepublik Lugansk erklärte den 24. und 25. Mai zu Tagen der Staatstrauer. Da einige der Opfer ihre Hochzeit planten, werden diese in Hochzeitskleidung bestattet. Da einige der Opfer ihre Hochzeit planten, teilte die Menschenrechtsbeauftragte mit, dass die meisten Toten in Hochzeitskleidung bestattet werden.
Insgesamt konnten am Sonntag 50 Journalisten aus 19 Ländern den Ort der Tragödie besichtigen. Korrespondenten deutscher Leitmedien waren nicht dabei. Viele zeigten sich schockiert über das Ausmaß der Zerstörungen und beklagten die fehlende Berichterstattung in ihren Ländern. Ihnen wurden auch Krater und gefundene Drohnenteile präsentiert.
«Aus Sicht des humanitären Völkerrechts handelt es sich eindeutig um ein Kriegsverbrechen. Keine Worte können diesen Schmerz lindern. Wir schweigen und weinen gemeinsam mit den Eltern, die ihre Kinder verloren haben. Wir werden alles tun, um jeder Familie zu helfen und sie zu unterstützen», sagte Jana Latrantowa vor Journalisten.
Das «Massaker von Starobelsk» werde in die Anklageschrift gegen das Kiewer Regime aufgenommen. «Wir werden weder vergessen noch vergeben.»




